Lehre

Die Gestaltung von Architektur und Lebensraum berührt nicht nur Fragen der Bautechnik, der Ökonomie und der Soziologie, sondern auch der Wahrnehmung (Psychologie), der Darstellung (künstlerische Praxis) und der Medientheorie (Kulturtechnik). Mit der Integration dieser unterschiedlichen Disziplinen in die Lehre eröffnen sich neue Sichtweisen und Strategien, die uns ermöglichen unsere Umgebung auf ungewohnte Weise zu erfassen, Raum anders zudenken und innovativ zu gestalten.
An der Kunstakademie garantiert die Gestaltungslehre die integrative Verbindung von freien und angewandten Künsten. Eine Verzahnung unterschiedlicher Disziplinen ist hierbei unverzichtbar. Meine Lehre vermittelt Kenntnisse über freie und angewandte künstlerische Disziplinen und deren Praktiken, die das Spektrum an Gestaltungskompetenzen erweitern und grundlegend sind für eine künstlerische Prägung der Architekturausbildung.
In der Lehre erfahren die Studierenden die gestalterische Praxis als einen Prozess, der sich nicht primär an einem statischen Ziel orientiert, sondern sich die Frage nach der möglichen und realisierbaren Wandlungsfähigkeit von Orten, Räumen und Objekten und unsere Wahrnehmung stellt.
Theoretische Auseinandersetzungen und konzeptionelle Überlegungen bilden eine ebenso wichtige Basis für die gestalterische Praxis, wie der experimentelle Umgang mit unterschiedlichen Materialien, Medien und ihren spezifischen Techniken. Das Lehrkonzept beinhaltet experimentelles Arbeiten alleine und in Gruppen, sowie die Kommunikation und Präsentation der Arbeitsschritte und ihrer Ergebnisse in und außerhalb der Hochschule.
Die Lehreinheiten werden von der interdisziplinären Vortragsreihe DIALOGE begleitet, in der Künstler, Architekten, Designer und Wissenschaftler ihre Arbeiten vorstellen, und einen Einblick geben in die individuelle Ideenfindung, Methoden, Materialien und Techniken, die ihre jeweiligen Gestaltungsprozesse bestimmen.
Die Zukunft der Gestaltung liegt im Nachdenken über das Mögliche und nicht im Abarbeiten des Machbaren. Unkonventionelle Frage - und Aufgabenstellungen ermöglichen unkonventionelle Ansätze und Lösungen. Die Konzentration auf den Prozess und das Experiment bieten den notwendigen Raum für eine intensive Auseinandersetzung mit der Gestaltungs – und Entwurfspraxis.
Der Weg ist hier das Ziel.
Prof. Annett Zinsmeister, 2010